Peter Schraml

Dipl.-Ing. (FH) Architektur
Master of Public Administration

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Riskante Spiele in der Kita: Zulassen oder verbieten?

Vortrag von Arne Schröder | 20.10.2019

Kindheitspädagoge B. A., Aufsichtsperson Kommunale Unfallversicherung Bayern

Kindliches Lernen und kindliche Entwicklung sind ohne die Bewältigung von Risiken nicht möglich. In der Auseinandersetzung mit riskanten Situationen können Kinder deren Beherrschung erlernen. Ziel ist die Gewinnung von Risikokompetenz.

Forschungsarbeiten zum kindlichen Spiel zeigen, dass Kinder sich häufig auf Spielvarianten einlassen, in denen sie kämpfen, ihre körperlichen Fähigkeiten und ihren Mut ausprobieren können, auch wenn hierbei die Möglichkeit besteht, sich zu verletzen (vgl. Sandseter 2007). Helen Sandseter prägte für diese Spiele die Bezeichnung „riskante Spiele“ und identifizierte sechs Kategorien dieser Spiele:

  • Spiele in großen Höhen
  • Spiele mit hoher Geschwindigkeit
  • Umgang mit gefährlichen Werkzeugen oder Gegenständen
  • Spiele neben gefährlichen Elementen
  • Rauf- und Tobespiele
  • Spiele, bei denen Kinder verschwinden können (vgl. ebd.).
    Riskante Spiele bieten Kinder die Möglichkeit, sich eigen-aktiv handelnd mit Risiken auseinanderzusetzen, und hierüber Risikokompetenzen zu erwerben (vgl. Richard-Elsner 2013). Zudem werden sie in einen Zusammenhang mit der Ausbildung von Resilienz sowie dem Erwerb von Eigenständigkeit gebracht (vgl. Little et al. 2012).

Kindertageseinrichtungen sollten Kindern daher in einem „sicheren“ Rahmen Raum, Zeit und Möglichkeiten geben, Erfahrungen mit riskanten Spielen zu sammeln.

Literatur:
LITTLE et al. (2012): Early Childhood Teachers´Believs about Childrens Risky Play in Australia and Norway. Contemporary Issues in Early Childhood, 13 (4), S. 300-316. RICHARD-ELSNER, Christiane (2013): Risikokompetenz ohne Risikoerfahrung? Unsere Jugend. Die Zeitschrift für Studium und Praxis der Sozialpädagogik, 65 (10), S. 436-445. SANDSETER, Ellen Beate Hansen (2007): Categorising risky play – How can we identify risk-taking in childrens play? European Early Childhood Research Journal, 15 (2), S. 237-252.

ID = 7904

3. Fachtagung in Kooperation mit:

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